Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Onlinerecht

BAG: Konkurrenztätigkeit des Arbeitnehmers erlaubt Detektiv-Einsatz des Arbeitgebers

Übt ein Mitarbeiter eine Konkurrenztätigkeit aus und arbeitet heimlich für einen Mitbewerber, so kann dieser Umstand die Tatsache rechtfertigen, dass der Arbeitgeber einen Privatdetektiv einschaltet und den Mitarbeiter beobachten lässt <link http: www.datenschutz.eu urteile verdeckte-ueberwachungsmassnahme-eines-arbeitnehmers-kann-bei-konkretem-verdacht-datenschutzrechtlich-zulaessig-sein-bundesarbeitsgericht-20170629 _blank external-link-new-window>(BAG, Urt. v. 29.06.2017 - Az.: 2 AZR 597/16).

Im vorliegenden Fall hatte der Arbeitgeber einen Privatdetektiv beauftragt, um nachzuweisen, dass einer seiner Mitarbeiter heimlich für einen Mitbewerber arbeitete. Im Verlauf des gerichtlichen Kündigungsprozesses legte der Arbeitgeber entsprechende Nachweise vor.

Die Vorinstanz - das LAG Stuttgart (<link http: www.datenschutz.eu urteile wettbewerbsverletzung-durch-mitarbeiter-rechtfertigt-nicht-einsatz-eines-detektivslandesarbeitsgericht-stuttgart-20160720 _blank external-link-new-window>Urt. v. 20.07.2016 - Az.: 4 Sa 61/15) - hatte den Einsatz für rechtswidrig erklärt, da er nicht im Einklang mit dem Datenschutz stehe. Nur in eng bestimmten Ausnahmefällen sei es einem Arbeitgeber erlaubt, einen privaten Ermittler einzuschalten. Dies sei u.a. dann möglich, wenn der Verdacht auf Straftaten bestünde, Wettbewerbsverletzungen seien hingegen nicht ausreichend. Der Verdacht auf eine Straftat habe im vorliegenden Fall jedoch von vornherein nicht bestanden. denn der Arbeitnehmer beziehe kein Arbeitslohn mehr, sondern nur noch Krankengeld von der Krankenkasse. Insofern könnte kein Betrug gegenüber dem Arbeitgeber vorliegen.

Das BAG hat die Entscheidung des LAG Stuttgart aufgehoben und die vom Privatdetektiv ermittelten Ergebnisse als verwertbar angesehen.

Es sei bereits falsch, dass der Einsatz verdeckter Überwachungsmaßnahmen nur bei dem Vorliegen einer Straftat möglich sei, so die BAG-Richter. Denn es kämen als Rechtfertigungsgrund auch die Begründung bzw. Beendigung eines Arbeitsverhältnisses <link https: www.gesetze-im-internet.de bdsg_1990 __32.html _blank external-link-new-window>(§ 32 Abs.1 S.1 BDSG) oder die Wahrung berechtigter Interessen <link https: www.gesetze-im-internet.de bdsg_1990 __28.html _blank external-link-new-window>(§ 28 Abs.1 S.1 Nr.2 BDSG) in Betracht.

Ein Rückgriff auf diese beiden Normen sei auch nicht ausgeschlossen, da insoweit von <link https: www.gesetze-im-internet.de bdsg_1990 __32.html _blank external-link-new-window>§ 32 Abs.1 S.2 BDSG keine Sperrwirkung ausgehe.

Rechts-News durch­suchen

17. Februar 2026
Löscht ein Unternehmen Daten vor vollständiger DSGVO-Auskunft, verstößt es gegen die DSGVO und riskiert eine Verwarnung oder ein Bußgeld.
ganzen Text lesen
11. Februar 2026
WhatsApp darf den EDSA-Beschluss (Europäischer Datenschutzausschuss) direkt anfechten.
ganzen Text lesen
09. Februar 2026
Meta muss wegen rechtswidriger Datenerfassung über seine Business Tools Schadensersatz zahlen und die Datennutzung umfassend einstellen.
ganzen Text lesen
05. Februar 2026
Meta muss Nutzern wegen DSGVO-Verstoß durch seine Business-Tools je 1500 ,- EUR DSGVO-Schadensersatz zahlen und die Datenverarbeitung stoppen.
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen